Bildung

… müsstest du nicht zur Schule gehen!

Ein Leben ohne Schule klingt für manche heute traumhaft. Im Mittelalter war das anders: Lesen und Schreiben lernen durften damals nur ganz wenige. Vor allem reiche Familien ermöglichten ihren Kindern eine Schulbildung. Die meisten Menschen konnten dagegen nur mit Mühe ihren Namen schreiben. Lesen war Fehlanzeige! Die Leute waren auf die wenigen Gebildeten angewiesen, waren von ihnen abhängig. Auch und besonders in der Kirche.

Für Luther und seine Gefährten musste sich das grundlegend ändern. Sie meinten, dass jeder Gläubige einen direkten Draht zu Gott hat und schon deshalb war es wichtig, dass auch jeder Gottes Wort, also die Heilige Schrift der Bibel, lesen konnte. „Bildung für alle“ war das Motto – übrigens auch für Mädchen und Frauen. Heute ist der Schulbesuch selbstverständlich und wenn wir mal ehrlich sind: so ganz ohne Schule würde das Leben kaum einen Sinn machen, oder?

Dazu die Paulus-Gemeinde Burgdorf:
Gerade mit dem benachbarten Gymnasium Burgdorf und mit der Gudrun-Pausewang-Grundschule pflegt die St.-Paulus-Kirchengemeinde eine enge Zusammenarbeit. Dazu gehören die Schulgottesdienste, die wir gemeinsam feiern. Seit über 15 Jahren bietet die Gemeinde in den Räumen des Kirchenzentrums eine besondere Hausaufgabenhilfe für Grundschulkinder an.
Standort: St. Paulus-Kirchenzentrum Burgdorf, Kreuzkirche Sehnde

… wären wir Analphabeten!

Die Reformation war eine Bildungsbewegung, denn alle sollten die Bibel lesen können! Deshalb hat Luther sie ins Deutsche übersetzt. Und deshalb musste überhaupt jeder und jede lesen können. Aber ganz alleine hätte Luther es nicht geschafft, überall die Alphabetisierung der einfachen Leute durchzusetzen. Philipp Melanchthon, einer von Martin Luthers engsten Freunden, brachte nicht nur Luther die griechische Sprache (die Sprache des Neuen Testaments) bei.

Melanchthon galt als einer der berühmtesten Universalgelehrten seiner Zeit – sein Ehrentitel lautete daher „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands). Durch seine Lehrpläne, Studienordnungen, Schulgründungen, Universitätsreformen, aber auch durch seine Schüler hat er das Bildungswesen der deutschen Länder entscheidend beeinflusst. Und die SchülerInnen der SchülerInnen der SchülerInnen seiner Schüler von damals sind – WIR!

So sollte es sogar noch besser heißen und so wollen wir es hier schreiben, damit es alle richtig lesen können: Ohne Luther und ohne Melanchthon wären wir Analphabeten!

Standort: St. Martinskirche Sievershausen