Sprache

… wären wir sprachlos!

… hätten wir keine gemeinsame Sprache!

Heute ist es selbstverständlich: Ostfriesen können sich mit Bayern unterhalten und Sachsen (meistens) mit Rheinländern. Das war früher anders. Deutschland im 16. Jahrhundert war nicht nur ein bunter Flickenteppich der Fürstentümer, sondern auch ein Sammelsurium von mehr als 20 verschiedenen Sprachen und Dialekten.

Bei seiner Übersetzung der Bibel aus dem Altgriechischen, dem Hebräischen und dem Lateinischen übernahm Martin Luther Redewendungen aus dem Oberdeutschen, das im Süden gesprochen wurde, und dem Niederdeutschen, wie es im Norden zu finden war. Am Anfang war das aber nicht sehr verkaufsfördernd. Im Süden gab es bald Übersetzungshilfen zur Lutherbibel und auch im Norden wunderte man sich lange über manche Worte. Und doch: Die Bibel wurde gedruckt und im ganzen deutschen Sprachraum verbreitet. Spätestens im 19. Jahrhundert war dann eine gemeinsame deutsche Schriftsprache entwickelt, die in weiten Teilen auf Luther zurückging.

Ohne Luther würden wir heute buchstäblich nicht unser „Licht unter den Scheffel stellen“, gäbe es keine „Steine des Anstoßes“ und wären wir nicht „mit Blindheit geschlagen“. Und auch was das „Morgenland“, ein „Lückenbüßer“ oder ein „Lästermaul“ sind, wissen wir heute dank Luther immer noch.

Standorte: Markuskirche Lehrte, St. Petri-Kirche Hänigsen